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Neumarkter Nachrichten: 06.05.2006

Opulente Musical-Zeitreise in die wilden Fünfziger
Nürnberger Studenten zeigen „Schooldays“ nach Motiven aus „Grease“ — Neumarkterin spielt Frenchy

NÜRNBERG — Sexy Petticoat und Schmalztolle, abgewetzte Lederjacke und verwegener Hüftschwung, viel Rock’n’Roll und noch mehr flotte Sprüche: Das Musical „Schooldays“ hat die Studententruppe der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Uni Erlangen-Nürnberg nach Motiven des Dauerbrenners „Grease“ auf die Bühne gebracht. Wie berichtet, spielt die Neumarkter Studentin Marie-Louise Herrmann hier die Frenchy.

Es ist ein ziemlich hemmungsloser, herrlich frecher Flirt mit der Nostalgie. Jedenfalls vordergründig. Denn schaut man hinter die knallbunte Oberfläche, dann hat sich am Schulalltag im Jahr 2006 nicht viel geändert.

Von der Mode und den Songs einmal abgesehen, gleichen sich Bilder und Klischees. Hermetisch agierende Mädchen- und Jungenbanden küssen und schlagen, lieben und hassen sich, pflegen skurrile Begrüßungs- und Imponier-Rituale — und machen sich damit selbst den Weg zum Glück kaputt.

Da muss es zwischen Zicke Sandy (Tina Hinze) und Dandy Danny (Holger Datow) erst kräftig krachen, nachdem es am Strand noch heftiger gefunkt hatte. Hier der strahlende Held, da Fräulein Rührmichnichtan — bis zum schön kitschigen Happy End müssen Irrungen und Wirrungen her, damit auch in dieser Hinsicht die Schablone gefüllt ist.

Dass die „Schooldays“ dennoch nie langweilig werden, liegt am hohen Tempo, das Leopold Klepackis Inszenierung über drei Stunden hält — und an der Präsenz eines Ensembles, das über aller Profilierung der Solisten nie das Miteinander vergisst.

Und das, obwohl die kantigen Charaktere dieser opulent gemachten 50er-Jahre-Revue durchaus Wiedererkennungswert haben und keine(r) in der Masse verschwindet. Hinreißend etwa Michaela Dazian als Klassenschlampe Betty, eine durchgeknallte Lachnummer Alexander Falk in der Verkörperung des Schultrottels Eugene. Marie-Louise Herrmanns joviale Frenchy wirkt ebenso dem „wirklichen Leben“ entnommen, wie Nicola Wientzeks in die falschen Männer verschossene Marty und Stephan Ernsts schräger italienischer Einwanderer Doody, der ständig Angst vor dem Durchfallen hat. Zum Brüllen komisch auch Elvis alias Wilfried Willner als väterlicher „Teen Angel“.

Ob es nun an der knackigen Regie liegt, an der in der Rennfahrer-Hymne „Greased Lightning“ und den großen „Proms“-Schulballszenen spektakulären Choreografie (Sigrid Turba und Eva Rissmann) oder an der von Toni Hinterholzinger bewährt rockig arrangierten Musik — diese „Schooldays“ haben Profianspruch. Und sind sowohl für Musicalfans wie Nostalgiker ein Muss.

HANS VON DRAMINSKI

NN Campus Extra: 05.05.2006

„Grease“ heißt jetzt „Schooldays“
Die Musical-Aufführung von Studierenden wurde kurzfristig umbenannt

Endgültig gesichert sind jetzt alle geplanten Vorstellungen des Musicals, das Studierende an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät (EWF) in Nürnberg in Monate langer Arbeit einstudiert haben (siehe Bild links, Foto: Stefan Hippel) .

Allerdings läuft das Projekt jetzt unter einem ganz anderen Namen als ursprünglich geplant: Denn „Grease“ wurde kurzfristig in „Schooldays“ umbenannt.

Der Grund für diese Namensänderung: Die Studierenden der EWF und ihr Regisseur Leopold Klepacki haben für ihre Aufführung Motive aus dem Musical „Grease“ inhaltlich und musikalisch weiterentwickelt. Und diese Bearbeitungen sind so umfangreich, dass die Produktion aus urheberrechtlichen Gründen umbenannt wurde.

Der neue Titel „Schooldays“ ist eine Anspielung auf einen Hit von Chuck Berry. Denn natürlich geht es nach wie vor um eine Zeitreise in die Fünfziger, in die Zeit des Rock’n’Roll.

 

Nürnberger Nachrichten : 06.05.2006

Rock ’n’ Roll & Petticoat
EWF-Studenten geben das Musical „Schooldays“

Petticoat und Schmalztolle, Lederjacke und Hüftschwung, Rock ’n’ Roll und flotte Sprüche: Das Musical „Schooldays“, das Studenten der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät (EWF) der Uni Erlangen-Nürnberg nach Motiven des Dauerbrenners „Grease“ auf die Bühne gebracht haben, ist ein ziemlich hemmungsloser, herrlich frecher Flirt mit der Nostalgie. Jedenfalls vordergründig.

Denn schaut man hinter die bonbonbunte Fassade, dann hat sich am Schulalltag nicht viel geändert. Von der Mode und den Songs mal abgesehen, gleichen sich die Bilder und Klischees. Mädchen- und Jungencliquen küssen und schlagen, lieben und hassen sich, pflegen skurrile Begrüßungs- und Imponier-Rituale — und stehen sich damit selbst im Weg. Da muss es zwischen Sandy (Tina Hinze) und Danny (Holger Datow) erst einmal kräftig krachen, nachdem es im Urlaub noch heftiger gefunkt hatte. Hier der Held der Gang, da das Fräulein Rührmichnichtan — bis zum Happy End braucht’s ein paar Irrungen und Wirrungen, damit auch in dieser Hinsicht die Schablone ausgefüllt ist.

Dass die „Schooldays“ dennoch nicht langweilig werden, liegt am hohen Tempo, das Leopold Klepackis Inszenierung anschlägt. Und an der Präsenz eines Ensembles, das bei aller notwendigen Profilierung der Solisten nie das Miteinander vergisst. Obwohl die kantigen Charaktere dieser opulent gemachten Ausstattungsrevue durchaus Wiedererkennungswert haben. Hinreißend etwa Michaela Dazian als Klassenschlampe Betty, eine schrille Lachnummer Alexander Falk in seiner Verkörperung des Schultrottels Eugene.

Marie-Louise Herrmanns joviale Frenchy wirkt ebenso dem wirklichen Leben entnommen, wie Nicola Wientzeks ständig unglücklich verliebte Marty und Stephan Ernsts schräger italienischer Einwanderer Doody, der permanente Angst vor dem Durchfallen hat. Zum Brüllen komisch auch Elvis alias Wilfried Willner als zauberhafter „Teen Angel“.

Ob es nun an der knackigen Regie liegt, an der vor allem bei der Rennfahrer-Hymne „Greased Lightning“ und den großen Schulballszenen spektakulären Choreographie (Sigrid Turba und Eva Rissmann) oder an der von Toni Hinterholzinger bewährt rockig arrangierten Musik — diese „Schooldays“ atmen Profianspruch. Und sind für Musicalfans wie Nostalgiker ein Muss.

HvD

Nürnberger Zeitung: 06.05.2006

Das Musical „Schooldays“:
Petticoats und Haar-Gel

„You’re the one that I want“ verspricht die gezeichnete Blondine im roten Badeanzug, die in der Mitte der Bühne als Eyecatcher angebracht wurde. „You’re the one that I want“ heißt auch das bekannte Duett von John Travolta und Olivia Newton-John, welches durch den Kassenerfolg „Grease“ 1978 zum weltweiten Hit avancierte und von Helga Feddersen und Didi Hallervorden unter dem Titel „Du, die Wanne ist voll“ persifliert wurde.

Vor der filmischen Adaption des Musicals von Jim Jacobs und Warren Casey, lief „Grease“ bereits sechs Jahre erfolgreich am Broadway. Auf diese Bühnentradition des Stoffes um Petticoats, Haar-Gel und Eisdielen-Idyll besannen sich auch die angehenden Musikpädagogen der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät in Nürnberg. Premiere war am Donnerstag in der Aula der EWF und unter der Regie von Leopold Klepacki wurde die Originalgeschichte soweit modifiziert, dass aus urheberrechtlichen Gründen das Musical kurzfristig in „Schooldays“ umbenannt wurde. Als Namenspate hierfür fungierte der gleichnamige 50er-Jahre-Hit von Chuck Berry.

Im Mittelpunkt von „Schooldays“ steht die Romanze zwischen Danny und Sandy. Diese begann als unschuldige Sommer-Liebelei, doch zurück an der Highschool gibt es ernsthafte Schwierigkeiten für das junge Glück. Denn Danny entpuppt sich als gegelter Möchtegern-Elvis und Chef der Jugendbande „T-Birds”, die kreuzbrave und unbedarfte Sandy ist leider der krasse Gegensatz. Doch glücklicherweise gibt es an der Schule noch die bösen „Pink Ladies”, die Sandy unter ihre Fittiche nehmen.

„Schooldays“ ist nach „Linie 1“ und „Joseph“ die dritte Produktion am Fachbereich Musikpädagogik und kann insgesamt als gelungen bezeichnet werden. Die coolen Begrüßungsgesten der männlichen Halbstarken oder die Zickenkämpfe der weiblichen Fraktion zeugten von schauspielerischem Geschick, auch gesangliche Klasse war zu hören.

Alexander Haas und seine Liebeserklärung an sein Auto „Greased Lightnin‘“ oder das Ensemblestück „We go together“ sind nur zwei Beispiele hierfür. Auch in Punkto Charme und Esprit brauchen sich die Studenten vor keiner professionellen Truppe zu verstecken. Als sich gegen Ende noch Elvis als mit der Hüfte wackelnder Halbgott für Pubertätsrevoluzzer auf der Bühne manifestierte, gab es für die Mitwirkenden gar stehende Ovationen.

Thomas Susemihl

 

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